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EIN
SPIEGEL DER
GESELLSCHAFT

Ein Raum für echte Geschichten

Ein geschützter Ort für persönliche Erfahrungen mit Alkohol — ehrlich, anonym möglich und ohne Scham.
Hier darf geteilt werden, was sonst oft verschwiegen wird.

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SPIEGEL DER GESELLSCHAFT

Anonym

Ich schreibe meine Geschichte anonym, weil ich noch nicht bereit bin meiner Geschichte ein Gesicht oder einen Namen zu geben. Ich möchte einen Aspekt von Alkoholismus teilen, den viele nicht kennen. Alkohol und Spitzensport oder zumindest Alkohol und ambitionierter Hobbysport. Sport hat meine Kindheit und Jugend geprägt. Ich war ein Talent. Sport hat mir alles bedeutet. Der Verein war mein Leben, meine zweite Familie, meine Heimat. In der Pubertät wurde es aufgrund von Wachstumsschüben schwieriger, ich habe angefangen mich für Jungs zu interessieren, das Training vernachlässigt. Die Leistungen blieben aus. Das Training fühlte sich nur noch anstrengend und überflüssig an. Eines Tages konnte ich nicht mehr und hörte auf. Einfach so. Ohne grossen Bäm, meine Eltern schockiert, meine Trainer schockiert. Ich wusste, es ist richtig, ich kann nicht mehr. Rückblickend bin ich stolz auf mich, darauf, dass ich auf meinen Körper, meine Seele gehört habe und das getan habe, was richtig war. Für mich. Für meinen Körper. Im Moment. Was kam, war eine normale Teenager und junge Erwachsenenzeit. Ich habe getrunken, mit Freunden, mit Kollegen, am Wochenende. Manchmal viel, selten zu viel. Wenn es zuviel war, hat es wieder gereicht für eine Zeit. Ich habe keine Gedanken daran verschwendet , es war wie es war. Soweit so gut. Ich wurde älter und mein Trinkverhalten blieb wie es war. Unauffällig. Bis ich Mutter wurde. Ich - pflichtbewusst, perfektionistisch, in Sorge um alle um mich herum. In Sorge allem gerecht zu werden. Eine tolle Mutter zu sein, eine sexy Ehefrau, eine gute Hausfrau, eine Teilzeit-Mitarbeiterin, die stets gut gelaunt war. Am Anfang war der Alkohol eine Art Belohnung. Am Abend - gegen 17.00 Uhr, wenn der Tag mit dem Baby geschafft war und mein Mann fast von der Arbeit kam. Jetzt darf ich mir was gönnen. Einen kleinen Prosecco. Am Anfang. Dann ein 3.75 Prosecco, dann eine Flasche Prosecco Nicht immer, aber immer öfter. und immer mehr. Das angenehme benebelte Gefühl vom Anfang war seit langem weg. Ich brauchte mehr um das Gefühl zu erhalten. Ich trank nicht mehr aus Genuss, es ging um die Substanz. Die harte Realität etwas weich zeichnen, die Konflikte, die weniger tief gehen, alles wirkt leichter. Ich wollte Leichtigkeit und habe Schwere bekommen. Am Ende habe ich Flaschen versteckt, Flaschen getrunken und hatte Angst Sport zu machen am nächsten Tag weil ich dachte, mein Herz könnte aufhören zu schlagen. Sport ist und war noch immer ein steter Begleiter in meinem Leben und das ist das Absurde. Gegen Aussen zeige ich Fitness, Sportlichkeit und Gesundheit und innerlich trinke ich Wein und schäme mich dafür. Ich bin am nüchtern werden und wünsche mir nicht mehr als dass ich es endlich schaffe. Danke Oli für Dein wunderbares Buch, welches mich nochmals motiviert und zeigt, ich bin auf dem richtigen Weg.

26. März 2026

Joli

Aufgewachsen mit einem Vater, der täglich trank aber funktionierte im Alltag. Ich habe meine Partner nach dem Muster ausgesucht, was ich von zuhause kannte. Alles vorallem Komasäufer am Wochenende. Ich habe lange mitgemacht, um zu gefallen. Habe mich dabei aber immer schlecht gefühlt mir selber gegenüber. Jetzt bin ich 40ig und trinke nur sehr sehr sehr selten mal ein Glas. Es wiedert mich meist an und die Menschen die sich betrinken auch. Ich sehe, dass sie nicht sehen können, weil sie im Nebel leben. Ich habe erkannt, dass ich meine Lebenszeit mit Menschen teilen will, die präsent und bei sich sind. Kreise werden kleiner, aber echter. Und ich bin dankbar, dass ich nach so langer Zeit mein Leben nach meinem Gusto lebe, ohne mich für Anerkennung bei einem Partner, Vater oder sonst wem zu opfern und mich selbst zu betrinken. Und jeder der es schafft sich aus dieser Sklavenmatrix Alkohol zu befreien, hat meinen grössten Respekt verdient. Hört auf eure Körper, auf euren geist und bleibt euch treu

23. Feb. 2026

L. V.

Ich bin in den späten 80ern auf einem Bauernhof geboren und aufgewachsen. Geld war knapp, Arbeit nicht. Mithelfen war selbstverständlich, jammern nicht. Ich habe früh gelernt, dass man gebraucht wird und dass man funktioniert. Mein Vater trank. Als Kind hätte ich nie gesagt, dass er Alkoholiker war. Ich wusste nur: Es gab gute Tage und Tage, an denen die Stimmung im Haus gefährlich wurde. Wenn er zu viel getrunken hatte, konnte er jähzornig werden. Dann musste ich still werden. Ich habe gelernt, Menschen zu lesen. Stimmungen zu scannen. Bloss nichts falsch machen. Bloss keinen Anlass geben. Sicherheit entstand nicht durch Schutz, sondern durch Anpassung. Als ich 13 Jahre alt war kam die Krebsdiagnose bei meinem Vater. Zwei Jahre Ausnahmezustand. Ich ich rutschte in eine Rolle, die grösser war als ich. Ich war noch ein Mädchen, musste aber funktionieren wie eine Erwachsene. Meine Mutter musste viel arbeiten. Also kochte ich, organisierte, kümmerte mich um meinen kleinen Bruder und half meinem Vater mit den Medikamenten, Als ich 15 war starb mein Vater und der Ausnahmezustand ging weiter. Mit 17 zog ich aus. Nicht nur aus dem Elternhaus, sondern aus der ständigen Verantwortung. Ich landete in einer Beziehung, die sich später als toxisch entpuppte. Vier Jahre später befreite ich mich aus dieser Verbindung mit diesem Narzissten. Die Zeit hat mich geprägt und der Glaubenssatz, dass meine eigenen Bedürfnisse zweitrangig sind, hat sich verstärkt. Dann lernte ich meinen heutigen Mann kennen. Stabilität. Liebe. Sicherheit. Wir bekamen unseren Sohn. Es war perfekt. Und genau dort begann mein innerer Druck. Mutter zu sein hat alles in mir berührt: das Kind, das still sein musste, das Mädchen, das Verantwortung trug, die junge Frau, die sich beweisen wollte. Ich wollte alles richtig machen. Ich wollte meinem Sohn eine Kindheit schenken, die frei ist von Angst. Ich wollte nicht scheitern. Nicht ausflippen. Nicht überfordert sein. Nicht schwach. Also strengte ich mich an und verlor mich immer mehr. Und irgendwann war ich müde. Tief müde. Der Alkohol kam nicht als Exzess. Er kam als Lösung. Ein Glas am Abend, um runterzukommen. Um die Gedanken leiser zu drehen. Um den inneren Druck zu dämpfen. Er nahm mir das Gefühl, ständig stark sein zu müssen. Was ich damals nicht verstand: Ich instrumentalisierte ihn. Er wurde mein Regler, mein Ventil und meine Pause-Taste. Aus dem einen Glas wurde Gewohnheit. Aus der Gewohnheit wurde Bedürfnis. Und aus dem Bedürfnis wurde Abhängigkeit. Ich war überzeugt, ich hätte es im Griff. Ich funktionierte ja. Ich kümmerte mich um mein Kind. Ich erledigte alles. Nach aussen sah man wenig. Innen wurde ich immer kleiner. 2020 während dem Corona Lockdown kam der erste grosse Zusammenbruch. Ich ging in eine Klinik und machte einen Entzug. Viele Gespräche mit meinem Mann. Ich zeigte Einsicht. Ich wollte das so nicht mehr. Aber ich hatte innerlich noch nicht losgelassen. Ich glaubte immer noch, ich könnte irgendwann „normal“ trinken. Ich redete mir ein, dass ich nur übertrieben hatte. Dass ich es jetzt verstanden hätte. Dass ich es kontrollieren könne. Dieser Gedanke war hartnäckig. Er kam immer wieder zurück. Und so begann das steinige Stück des Weges. Ich hörte auf und fing wieder an. Ich war entschlossen und wurde wieder schwach. Ich war überzeugt und überlistete mich dann selbst wieder. Jeder Rückfall war begleitet von Scham, Selbstvorwürfen und von dem Gefühl, zu versagen. Aber jeder Rückfall war auch eine Lektion. Ich lernte, dass ich nicht moderat trinken kann. Dass es bei mir kein „ein Glas geht schon“ gibt. Dass ich mich selbst anlüge, wenn ich das glaube. Es war wie ein Hamsterrad. Ich rannte und rannte und kam doch nicht raus. Ich wollte die Version von mir sein, die es im Griff hat. Aber ich war es nicht. Erst als ich aufhörte, gegen diese Wahrheit zu kämpfen, änderte sich etwas und dann wurde es leicht. Am 4. Januar 2022 traf ich keine dramatische Entscheidung. Ich hatte keinen Zusammenbruch. Ich hatte eine klare Erkenntnis: Ich kann nicht normal trinken. Punkt. Nicht vielleicht. Nicht irgendwann. Nicht mit Disziplin. Ich akzeptierte es. Und mit dieser Akzeptanz fiel etwas ab. Der Kampf hörte auf. Ich musste nichts mehr beweisen. Ich musste nicht mehr versuchen, die „normale Trinkerin“ zu sein. Ich durfte einfach jemand sein, die nicht trinkt. Seitdem bin ich glücklich nüchtern. Nicht, weil ich stärker geworden bin. Sondern weil ich ehrlicher geworden bin. Ich habe verstanden, dass ich Alkohol benutzt habe, um alte Muster auszuhalten: Verantwortung tragen, Bedürfnisse unterdrücken, perfekt sein wollen. Er war mein Versuch, Druck zu regulieren, den ich mir selbst auferlegte. Heute weiss ich: Meine Bedürfnisse sind kein Risiko. Meine Grenzen sind kein Versagen. Und meine Verletzlichkeit ist keine Schwäche. Ich kann nicht kontrolliert trinken. Aber ich kann mein Leben kontrollieren. Und das tue ich jetzt! Nüchtern, klar und bei mir. Ich bin glücklicher als je zuvor. Wirklich glücklich. Nicht gedämpft, nicht betäubt, sondern klar. Die Beziehung zu meinem Mann ist stärker, ehrlicher und tiefer geworden. Ich bin ihm unglaublich dankbar, dass er all das mit mir durchgestanden hat. Und heute kann ich die Mutter sein, die mein Sohn verdient hat. Nicht perfekt, aber präsent, wach und echt. Der Weg war steinig. Aber er hat mich zu mir geführt.

23. Feb. 2026

Aline

Mein Alkoholkonsum hatte begonnen, mich und meine Persönlichkeit zu verändern. Ich erkannte, dass der Alkohol mich zu einem anderen Menschen machte, meine Hemmschwellen senkte und mich Dinge tun liess, die ich nüchtern nie gewagt hätte. Dieser Erkenntnisprozess war schmerzhaft, doch unumgänglich, wollte ich den Weg zu mir selbst finden. Die Auseinandersetzung mit meinem Konsum dauerte Jahre. Öffentlich wirkte ich wie immer, doch innerlich kämpfte ich einen stetigen Kampf. Die Angst vor dem Leben ohne Alkohol war immens, doch die Erkenntnis, dass es keinen anderen Weg für mich gab, überwog. Meine Entscheidung den Alkohol aus meinem Leben zu verbannen, war ein Prozess des Wiedererlernens— zu lernen, Freude ohne Alkohol zu empfinden, zu lernen, mit dem ständigen Druck der Gesellschaft umzugehen, die das Trinken glorifizieren, und vorallem zu lernen, mich selbst ohne Betäubung des Alkohol zu lieben und zu akzeptieren. Danke dass immer mehr den Mut haben darüber zu sprechen , ihre Geschichten zu teilen, den nur so wird sich etwas verändern.💚💚💚

21. Feb. 2026

Rahel

Ich selber habe nie Alkohol getrunken. Dann lernte ich meinen Mann kennen. Jedes Wochenende war er weg, aber das weg gehen war nur ein Vorwand zu trinken. Auch am Abend immer ein Feierabendbier. Am Anfang dachte ich noch, das sei normal, aber irgendwann merkte ich dass er ein Problem hat. Viele Jahre Diskussionen, Streit und Tränen (bei beiden). Von meinem Leiden wusste niemand, ich habe es immer gut versteckt. Und er ging ja immer zu Arbeit und hat funktioniert. Die Tage die er nüchtern war, waren umso schöner. Da war der Mann den ich liebte und es immer wieder Hoffnung gab dass es irgendwann besser wird. Die Einsicht auf seiner Seite kam immer wieder, die Sucht war aber stark und kam genau so schnell wieder. Bis vor einigen Monaten. Er hat es geschafft. In unserer Familie gibt es seit bald einem Jahr kein Alkohol mehr. Für und ist es ein neues Leben und ich geniesse jeden Tag und bin für jeden Tag ohne Alkohol dankbar. Ich selber kann mir nicht vorstellen wie viel Kraft es aus einer solchen Sucht braucht. Ich ziehe meinen Hut vor meinem Mann, Oliver und all den Menschen die diesen Weg geschafft haben oder noch am gehen sind! Ihr seid unglaublich stark und in meinen Augen Helden! Denn niemand hat sich diese Krankheit ausgesucht.

21. Feb. 2026

Müggeli

Ich bin in einer Zeit gross geworden, wo es normal war, dass zu jedem Anlass und zu jeder Zeit Alkohol getrunken wurde. Als Kind habe ich mir lange dabei nichts gedacht. Jedoch habe ich bemerkt, dass die Erwachsenen anders wurden, wenn sie getrunken haben. Als ich in der 5. Klasse war, habe ich so langsam kapiert, dass mein Vater wohl abhängig ist. Ab da wurde es auch immer schlimmer. Mein Vater wurde dann sehr unangehm. Wenn er betrunken war, wollte er immer diskutieren, recht haben, versank im Selbstmitleid, wurde irgendwie „gruusig“, wurde wütend, aber nie handgreiflich. Als ich 16 war, erkrankte meine Mutter und 3 Jahre später verstarb sie. In dieser Zeit und vorallem danach, wurde es nochmals schlimmer mit meinem Vater. Ich selbst flüchtete ab dieser Zeit jeweils am Wochenende mit Alkohol vor der Realität. Abschalten, feiern, festen, lustig sein, lachen, vergessen,… jeweils immer am Freitag und Samstag. Bis ich mit Alkohol einen Unfall hatte. Ich war ca. 24… Ich hatte Glück, dass niemandem etwas passiert ist und ich zum Glück nur leicht verletzt war. Dies hat bei mir sofort „klick“ gemacht. Ab da trank ich kaum noch. Bin extra immer gefahren, damit ich mich nicht rechtfertigen musste, weshalb ich nicht trinken wollte… Ja, rechtfertigen!!!… Wenige Jahre später wurde ich zum ersten Mal schwanger und seit da, trinke ich sowieso nicht mehr. Inzwischen sind meine 4 Kinder beinahe alle erwachsen und ich trinke seit ca. 22 Jahren keinen Alkohol. Vielleicht bei besonderen Gelegenheiten zum Anstossen 2-3 Schlucke und dann löscht es mir wieder ab und lasse das Glas stehen. Das kommt vielleicht 3x pro Jahr vor. Die Leute wissen es, fragen mich aber nach wie vor immer wieder, ob ich nicht auch ein Apéro oder dies und das trinken möchte… Ist wohl nett gemeint, was mich aber wirklich ärgert, dass dann öfters noch „gestürmt“ wird… Hey, komm schon… Nur eins… Hey, komm probier, das ist wirklich fein… Hey, was ist, bist du krank?… Oder bist du schwanger?… Ich kann‘s nicht mehr hören! Wir müssen uns rechtfertigen, wenn wir nichts trinken wollen. Es ist normaler Alkohol zu trinken, als nur Mineral… Dies erschreckt mich immer wieder. Ein Fasnachtsanlass in diesem Jahr: Es war echt kalt. Ich ging zu einem Strassenstand und wollte ein Tee ohne Alkohol. Gab es nicht! Nur mit. Sie hatten nichts warmes zum Trinken ohne Alkohol… Hab ich halt nichts genommen… Für mich kein Problem in dem Sinne, weil ich gut nein sagen kann und ich solche Getränke auch wirklich nicht mag. Aber für jemand, der versucht nicht mehr zu trinken und es gerne mag, stell ich dies mir wirklich nicht einfach vor! Inzwischen sind meine Kinder in diesem Alter und habe schon einiges erlebt mit ihnen was das Thema Alkohol betrifft. Ich hoffe, dass ich ihnen ein gutes Vorbild bin und sie auch auf einen guten Weg kommen und nein sagen können, wenn sie ihre Erfahrungen damit gesammelt haben… Sie bekommen es ja einfach überall. Da kann man nur Vorleben und ab und an mal darüber reden. Mein Vater ist vor 18 Jahren an den Folgen vom Alkohol-und Zigarettenkonsum gestorben… Ich hoffe und wünsche mir, dass in dieser Hinsicht in den Köpfen noch einiges passiert und das mit dem Jugendschutz noch strenger wird. Wohl ein „frommer“ wunsch… 🙃

20. Feb. 2026

Anonym

Ich wurde Opfer sexualisierter Gewalt und trinke seit dem, um damit umgehen zu können. Ich hasse es. Und ich erkenne mich in deinem Buch soo gut. Danke für deine Stärke, deine Geschichte zu veröffentlichen.

20. Feb. 2026

Sophie

Mein Vater war Akholiker. Und es war nicht schön. Vorallem wenn er agressiv war, weil er auf Entzug war. Lasst bitte die Finger von Drogen und beim Alkhol wenn es kein genuss trinken ist. Ich lege es euch nur ans Herzen. Ihr macht damit so viel kaputt.

20. Feb. 2026

F.

Alkoholabhängigkeit hat sich leise in unsere Familie geschlichen und niemand konnte sie sehen. Sie wurde perfekt verheimlicht. Nach aussen wirkte alles normal, erfolgreich kontrolliert. Es wurde funktioniert, gelächelt, weitergemacht. Niemand konnte ahnen, wie gross die Not wirklich war. Im letzten Jahr endete ein Leben an den Folgen der Sucht. Zurück blieb ein Junge, der seither bei uns lebt. Ein Kind, das viel zu früh erwachsen werden musste. Ein Vater, der seinen Schmerz weiterhin im Alkohol ertränkt und jede Hilfe ablehnt. Und wir, die Angehörigen, stehen oft hilflos daneben. Olivers Geschichte hat mir die Augen geöffnet. Sie zeigt, wie es sich anfühlt, mitten in der Sucht zu stecken: die Scham, das Verstecken, das scheinbare Funktionieren nach aussen, während innen alles zerbricht. Sein Buch hat mir geholfen zu verstehen und zwischen all dem Schmerz auch Hoffnung zu sehen. Hoffnung, dass ein Ausweg möglich ist.

20. Feb. 2026

Sandrine

Mein Leben begann im Schatten des Alkohols. Meine Mutter war gefangen in ihrer Sucht, und ich mit ihr. Seelischer und körperlicher Missbrauch prägten meine Kindheit. Dort, wo Schutz hätte sein sollen, war Angst. Dort, wo Liebe sein sollte, war Schmerz. Ich fühlte mich wie ausgeschlossen aus dieser Welt. Wie eine Zielscheibe. Wie ein Fussabtreter. Nicht gesehen. Nicht gehalten. Nicht sicher. Der Alkohol wurde meine Flucht. Abtauchen. Ertrinken. Mich verlieren, um nichts mehr fühlen zu müssen. 25 Jahre gefangen zwischen Alkohol und Bulimie. 25 Jahre Kampf gegen mich selbst. Doch am 13.01.2026, beim zweiten Entzug, kehrt endlich Ruhe ein. Zum ersten Mal kein Davonlaufen mehr. Zum ersten Mal Stille in mir. Zum ersten Mal Hoffnung. Ich bin nicht mehr nur das, was mir passiert ist. Ich bin mehr. Ich lebe.

20. Feb. 2026

Ella

Als ich an meinen heutigen Wohnort zog, hat mich sofort irritiert, dass hier wesentlich mehr getrunken wird, als ich es kannte und als „normalen“ Konsum bezeichnen würde. Besucht man eine Freundin, wird man eher gefragt, ob man ein Cüpli möchte, statt einen Kaffee. Es gibt immer etwas zu feiern oder anzustossen, und für ein Abendessen rechnet man beim Einkauf fast mit einer Flasche Wein pro Kopf. Eine Flasche Prosecco über den Nachmittag verteilt allein zu trinken, wird nicht als problematisch wahrgenommen. Solange man bei der Arbeit nicht trinkt oder auch mal drei Tage aussetzen kann, scheint alles in Ordnung. Das Leben funktioniert ja. Ich denke oft, dass vielen nicht bewusst ist, wie nah die Grenze eigentlich ist – dass manchmal nur ein traumatisches Ereignis oder eine Krise genügt, um die Kontrolle zu verlieren. Ich selbst war dem Alkohol – Gott sei Dank – nie besonders zugeneigt. Leider musste ich erleben, wie ein Mensch (guter Job, guter Typ, aus der gesellschaftlichen Mitte, Anfang 40), der mir sehr wichtig ist, nach einer Krise innerhalb von 2 Jahren fast alles verloren hat, bevor er wirklich bereit war, einen Entzug zu machen und nüchtern zu bleiben. Die Krankheit, die Genesung, auch das „nur“ Dabeisein als Angehörige – all das ist schwer. Zuerst wünscht man sich einfach, dass der Entzug endlich klappt. Dass man den Erkrankten nicht mehr vom Boden aufklauben muss, nicht mehr die versch*ssenen Bettlaken wechseln muss, weil der Körper nicht mehr gehorcht. Dass man keine Angst mehr haben muss, dass Depression und Verzweiflung ihn in den Suizid treiben. Aber man kann nichts erzwingen. Erkenntnis, Entschluss und Genesung muss der Erkrankte selbst leisten. Die Ohnmacht auszuhalten war für mich das Schlimmste. Ich wusste, dass er es kann, dass es in ihm steckt. Er hatte alle Informationen, er ist intelligent, weiss, was er machen muss – aber ich wusste auch, dass er sich selbst dazu entscheiden muss. Ich hatte mir eine „Deadline“ gesetzt, wie lange ich bleibe und unterstütze, bevor ich mich zurückziehe, um mich selbst zu schützen. Drei „Versuche“ waren zum Scheitern verurteilt, weil er es nicht wirklich wollte. Heute sind es fast vier Monate, seit er beschlossen hat, sein Leben wieder in die Hand zu nehmen. Doch auch der Entzug selbst ist schwer, und nichts ist einfach wieder gut, nur weil er nüchtern ist. Man muss lernen, sich abzugrenzen – zu verstehen, dass all die rohen Gefühle während des Entzugs nichts mit einem selbst zu tun haben und dass es Zeit braucht, bis der andere lernt, sich ohne Alkohol zu regulieren. Man kann nur auf sich selbst aufpassen und darf nicht erwarten, dass es ein "wie vorher" geben wird. Und weil ich all das erlebe, spüre ich starke Wut darüber, wie nachlässig unsere Gesellschaft mit Alkohol umgeht. An jeder Kasse werden die kleinen Pennerpullen wie Bonbons verkauft, jeder Steh-Apéro bietet Wein und Sekt – zu jeder Tageszeit. „Gestern war wieder heftig – hahaha.“ „Heute lösche ich mir die Festplatte.“ „Ich kann heute doch nicht, bin gestern abgestürzt.“ Das wird so selbstverständlich akzeptiert, dass ich mich frage, ob niemand merkt, wie falsch das alles ist. „Alkohol schränkt dein Sichtfeld ein!“ steht auf Plakaten am Strassenrand. Pfffff. Ehrlicher wären Botschaften wie: „Alkoholsucht zerstört dich und dein Umfeld“ oder „xxx Gläser in der Woche sind problematisch“ – mit Hinweisen auf Suchtberatung. Wenn öffentlich die Legalisierung von Cannabis diskutiert wird, müsste jedes Argument gegen die Legalisierung mit den Worten enden: „Und aus diesem Grund bin ich ausserdem für ein Verbot von Alkohol.“ Alles andere erscheint mir scheinheilig.

20. Feb. 2026

Üse

Lieber Oli - Ich wollte dir gratulieren zu all dem was du “angerissen” hast! Ich habe dein Buch verschlungen und habe in einigen beschriebenen Situation mein eigenes Verhalten, sowie mein Umgang mit Alkohol, reflektieren können während den unsicheren Jahren in der Selbständigkeit! DANKE … da geschah etwas in mir durch das lesen deiner Worte… Keep up the fight - gegen die Normalisierung dieses “Zustandes” in unserer Gesellschaft!

19. Feb. 2026

Tamara

Ich trinke kein Alkohol Aber meine Mami wahr ein Versteckter Alki😮‍💨 Ich habe immer als Kind gesehen das sie trinkt ein Glass Wein aber nie etwas dabei gedacht. Dan kam der Tag an dem sie getrunken hat ins Bett gehen wollte und mit dem Kopf ins Kissen gefallen ist und erschickt ist an Ihrem Erbrochenem ich habe sie Tod im Bett gefunden blau angelaufen erschtickt. Die Untersuchung ergab das sie 3.75 pro mil im Blutt hate. Habe mir immer Vorwürfe gemacht als Tochter versagt zu haben sie nicht rechtzeitig retten zu können. Sie war nicht an meiner Hochzeit nicht bei der Geburt meiner Kinder nicht an guten und schlechte Tagen bei mir sie war einfach weg wegen der Sucht. Jetz nach 25 Jahren kann ich in den Himmel schauen und lächeln und sagen ich Liebe dich Mami und habe es gut gemacht mit meinen Kinder und mit mir. Wiso das sie so getrunken hat weiss ich nicht genau glaube sie ist zerbrochen an einem gebrochenem Herzen und die sucht war grösser.

19. Feb. 2026

Thomas

Es hat mir einmal mehr gezeigt, wie notwendig es ist, offen über Sucht zu sprechen - gerade über Alkohol, eine gesellschaftlich akzeptierte Droge, unter der viele Menschen leiden, oft im Stillen. Ohne mit dem Finger auf andere zu zeigen. Ohne sich über jemanden zu stellen. Das Buch hat bei mir viel ausgelöst, weil ich selbst eine Geschichte mit diesem Thema habe. Es hat mir ermöglicht, meine eigene Vergangenheit noch einmal ehrlich anzuschauen - und einen Schritt weiterzugehen: mich mit dieser Geschichte anzunehmen, mir selbst zu verzeihen und mehr Ruhe damit zu finden.

18. Feb. 2026

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